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Dies ist ein Auszug der Projekthaus-Konzeption (PDF) (800kB). Weitere Informationen finden sich in der Projektvorstellung (PDF) (800 kB).
Das Projekthaus orientiert sich an der Idee "Offener Raeume", ein Konzept, das wirkliche Gleichberechtigung aller Menschen in dem Projekt formal wie real sicherstellen will. Zum Hintergrund der Idee gibt es einen ausführlichen Text, der online in der Zeitschrift "grünes blatt" gelesen werden kann.

Das Projekt

Eine Gruppe junger Menschen aus Braunschweig, Magdeburg und anderen Orten der Bundesrepublik möchte in Braunschweig ein neues Projekte-Haus einrichten, das dem eigenständigen und selbstorganisierten Engagement aktiver Leute einen geeigneten Rahmen für kreative, soziale oder politische Projekte bieten soll. Unser Anspruch ist dabei auch Möglichkeiten zu schaffen, die meist großen Organisationen mit entsprechendem finanziellen Hintergrund und Mitarbeiterstab vorbehalten ist. Wir meinen, dass ein gut überlegtes, auf freien Kooperationen basierendes Zusammenspiel verschiedener aktiver Menschen dieses hochgesteckte Ziel erreichen kann. Wir wollen dabei die Synergie-Effekte nutzen, die durch die Kooperation der verschiedenen Gruppen und Projekte entstehen können. Einige Personen, die an dem Projekte-Haus beteiligt sind, bringen langjährige Erfahrungen aus den Bereichen politischer Arbeit, dem Vereinsrecht, der Organisation von Strukturen und praktischen Tätigkeiten mit.

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Projekte-Hauses sind vor allem Menschen, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. Hiermit sind vor allem Auszubildende, Studenten, junge Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen und andere oft sozial benachteiligte junge Menschen gemeint, die den Willen haben durch ihr Engagement eine Atmosphäre von Toleranz im Stadtteil zu schaffen. Die ökologische Ausrichtung des Hauses stellt einen besonderen Schwerpunkt dar, der alle Menschen ansprechen soll, die gerne ökologisch leben möchten, das alleine aber nicht verwirklichen können.

 

Ziele des ökologisch- sozialen Projekts

Vor allem Jugendlichen und Studenten, die sich in der Ausbildungsphase befinden, als auch Menschen jeden Alters soll eine Perspektive zum Leben in dieser Stadt geboten werden. Wir wollen versuchen, für Menschen eine Möglichkeit zum alternativen, ökologischen und gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten zu schaffen. Vielleicht kann dieses Projekt auch als Anregung für Andere dienen, dass eine zukunftsweisende Sanierung von Altbauten unter weitgehender Berücksichtigung ökologischer Kriterien durchführbar ist.

Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Kinder- und Jugendarbeit bildet ein breit gefächertes Betätigungsfeld vielfältiger und offener Angebote. Durch das Haus an sich, die Räume zur medialen Gestaltung, die Werkstätten, Seminarbereiche und den Ökogarten wird auch jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich zu betätigen und mit Anderen in Kontakt zu treten. Daraus können sich auch ganz neue Projekte entwickeln, die von den Jugendlichen selbst für andere angeboten werden (ökologisches Bauen und Basteln, Kleinkunst, Theater, Vorträge etc.).

Prinzipien

Offenheit

Alle Menschen sind in dem Projekte-Haus willkommen und zum Mitmachen, Gestalten und Ideen Einbringen eingeladen - unabhängig welchen Alters, welcher Herkunft oder welche Fähigkeiten sie mitbringen. Ein offener Charakter kann nur entstehen, wenn nicht nur einem kleinen Kreis Eingeweihter bekannt ist, dass das Haus genutzt werden kann und welches Potential es birgt, sondern diese Informationen offensiv beworben werden.

Damit wird das Haus explizit kein Wohnhaus; nicht Wohnen, sondern inhaltliche Aktivitäten sind unser Ziel. Für die überregionale Vernetzung wird ein eigener Bereich eingerichtet mit Diskussionsund Tagungsräumen und dazugehörigen Übernachtungsmöglichkeiten. Offenheit beziehen wir nicht nur auf das Haus, sondern soll sich auch in Projektstrukturen wiederspiegeln. Wissenshierarchien sollen abgebaut werden, um allen die gleichberechtigte Nutzung zu ermöglichen. Räume, Aufbewahrungsorte, Geräte und Werkzeuge sollen durch Beschriftungen und einfache, verständliche Gebrauchshilfen selbsterklärend sein. Hilfreich sind auch Hinweise, wer sich mit einer bestimmten Sache und deren Benutzung besonders auskennt.

nichtkommerziell

Das Projekte-Haus und der Garten sollen für nichtkommerzielle Projekte zur Verfügung stehen. Wie viel Geld Menschen haben oder für das Projekt beisteuern können oder wollen, soll nicht entscheidend für deren Beteiligungsmöglichkeiten sein. Die vielfältigen Projekten stellen damit ein attraktives Angebot insbesondere für finanziell Benachteiligte dar, die sonst von kostspieligen Kultur- und Sozialangeboten ausgeschlossen sind bzw. erschwerten Zugang zu anspruchsvoller Technik haben.

gleichberechtigter, bewusster und verantwortlicher Umgang

Um ein gleichberechtigtes Miteinander zu ermöglichen, sind nicht einige wenige, sondern alle Beteiligten verantwortlich und entscheidungsfähig. Dies trägt auch zur Stärkung der Eigenverantwortung der Einzelnen bei. Es gibt keine Bevorrechtigten über Andere, alle sollen die gleichen Möglichkeiten haben, um Projekte zu gestalten und den gleichen Zugang zu Ressourcen zu erhalten. Notwendige Entscheidungen sollen gleichberechtigt von den Beteiligten getroffen werden.

 

Kommunikation

Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn sie mit den Problemen Anderer konfrontiert werden. Das ist sehr verständlich, aber hilft den Betroffenen nicht weiter. Konfliktfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für das Zusammenleben. Dazu zählt, bei Problemen nicht einfach weg zu laufen und Konflikte zu verschleppen. Konflikte sollten direkt angesprochen werden, um unterschiedliche Erwartungen festzustellen. Um die typischen Abwehr-, Rechtfertigungs- und Gegenoffensive- Reaktionen zu vermeiden, ist Kritikfähigkeit von jeder Seite notwendig. Dies kann in Rollenspielen geübt werden. Auch intolerantes Verhalten sollte diskutiert werden, anstatt es einfach zu ignorieren oder die betreffende Person dafür anzuprangern und auszugrenzen. Dabei sind Einzel- oder Kleingruppendiskussionen meist ergiebiger als Plena. Damit jedoch keine Hierarchien entstehen, ist es wichtig, Ergebnisse anschließend an alle zu kommunizieren und wenn nötig nochmals zu besprechen.

 

gegenseitige Kooperation

Menschen müssen heute eine Vielzahl von sozialen Konflikten im Rahmen ihrer eigenen Lebensplanung und –gestaltung bewältigen. Innerhalb der Gesellschaft ist ein deutlicher Trend zur Vereinzelung zu beobachten, was der Problemlösung nicht gerade zuträglich ist. Hinzu kommt für Jugendliche, dass die Erreichung finanzieller Unabhängigkeit von den Eltern immer schwieriger wird.

 

emanzipatorische Praxis

Selbst in progressiven Strömungen gibt es autoritäre Gruppen, machthungrige Organisationen und viele Einzelpersonen, die sich als fortschrittlich bezeichnen, aber trotzdem sexistische, rassistische oder autoritäre Tendenzen aufweisen. Klar, es ist kaum möglich, sämtliche sozialisierte Verhaltensmuster mit einem Mal abzulegen. Der Anspruch an sich, solche Muster zu reflektieren und abzulegen, also an sich selbst zu arbeiten, ist ein wichtiges Element emanzipatorischen Handelns.

 

Barrierefreiheit

Zu viele Vorurteile gegenüber Leuten mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen werden von der Gesellschaft immer wieder reproduziert. Zu wenig Kraft ist da, um die damit verbundenen Probleme meistern zu können. Einerseits wollen wir das Haus möglichst barrierefrei gestalten und sehen als die Aufgabe aller an, auf die Bedürfnisse von Benachteiligten und Menschen mit Behinderungen einzugehen. Dies sollte auch bei Veranstaltungen berücksichtigt werden. Außerdem hat jeder Mensch spezielle Fähigkeiten, von denen anderen lernen können.

 

Umweltschutz

Leider ist Umweltverschmutzung in unserer Gesellschaft zur Normalität geworden und es ist schwierig, in Bereichen wie Verkehr, Müll und Nahrung umweltbewußt zu leben. Häuser und andere Orte sind in der Regel nicht nach ökologischen Kriterien gestaltet. Ökologisches Bauen ist möglich, doch scheinbar zunächst nicht rentabel, so daß ökologisch bewusste Menschen selten ein solches Umfeld finden. Und schon bei der Planung gilt es einiges zu beachten: eine gute Dämmung ist wichtig, eine gute Lüftung aber auch! Viele Häuser werden heute sehr gut wärmeisoliert. Aber wenn die Entlüftungsanlage eingespart wird, setzen schnell Schimmel an und schädigen die Bausubstanz und die Gesundheit. Beispielsweise muss die Isolierung des Gebäudes nicht mit Steinwolle und Styropor geschehen, sondern es können auch Hanffaserplatten und Papiermaschee zum Einsatz kommen. Viele andere umweltbewusste Verhaltensweisen können gemeinsam im Alltag praktiziert werden, beispielsweise der Verzicht auf's Auto, so oft es geht. Der Strom, den wir nicht selbst erzeugen können, kann von einem Ökostrom-Hersteller kommen. Schon beim Einkauf wird darauf geachtet, keinen unnötigen Müll zu produzieren. Wir wollen bevorzugt ökologische Produkte und Materialien verwenden, wo dies möglich ist.

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