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Dieser Text bezieht sich auf ein Magdeburger Projekthaus...
Auf
verschiedenen Zukunftswerkstätten für das Projekthaus
wurden Ideen gesammelt und weiterentwickelt. Hier soll es
zunächst nur eine Aufzählung der Vorschläge
geben: alternative Fahrrad-Werkstatt, Umweltbibliothek mit
Café-Atmosphäre, Bastelkeller, Kunstwerkstatt,
Volxküche, Offene
Büro, Seminarraum, Projektwerkstatt, Kleinkunstbühne
& Ökogarten
, Reparatur von Elektrogeräten, Atelier, Archiv,
Versammlungsraum, Stadtteilkino.
Vier
Projektideen werden wir nun näher beschreiben: das Offene
Büro, die Kleinkunstbühne,
den Ökogarten
und die Volxküche.
Das sind die Projekte, die einige Menschen aus der Projektgruppe
konkret in Angriff nehmen wollen und werden. Die anderen Ideen
könnten später oder von neuen Leuten realisiert
werden.
Offenes
Büro
Das Problem:
Es sind verschiedene unabhängige Initiativen und Gruppen
in Magdeburg auf der Suche nach bezahlbaren Büroräumen.
Innerhalb von Verbänden ist die Arbeit oft von deren
Zustimmung abhängig und die Finanzierung von Büroraum
zu marktüblichen Preisen bereitet den Gruppen viel Kopfzerbrechen
bei der Beschaffung von Fördermitteln.
Für
ehrenamtliches Engagement wird es immer wichtiger, den Menschen,
die aktiv werden wollen, freie Hand lassen zu können.
Das heißt, möglichst wenige Vorschriften zu machen,
Infrastrukturen ohne viele Bedingungen zur Verfügung
zu stellen und inhaltlich nicht reinzureden. Oft werden Engagierte
abgeschreckt, wenn sie in die Verwaltungsmühlen der renommierten
Organisationen geraten. Da muss erst der Vorstand beschließen,
ob eine Gruppe ab und zu mal den PC benutzen darf oder es
müssen umständliche Absprachen zur Büronutzung
getroffen werden.
Ein
Lösungsansatz:
Wir wollen einen Raum schaffen, der Infrastruktur (PCs, Drucker,
Scanner, Kopierer, Büromaterialien, Schnippelbücher,
Literatur, etc.) enthält, die von allen Menschen gleichermaßen
genutzt werden können. Zu bestimmten Zeiten ist dieses
Büro nutzbar und kann dann von Interessierten selbstbestimmt
zur politischen Arbeit verwendet werden. Wie das genau ablaufen
wird, sollen die NutzerInnen gemeinsam beschließen.
Dieses
Büro soll selbstverwaltet funktionieren. Es könnte
sich somit quasi zu einer Projektwerkstatt entwickeln, also
einem offenen politischen Raum, wo Leute sich organisieren,
Materialien erstellen, Internetseiten gestalten, Medienarbeit
leisten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Engagierten wird
so erleichtert.
Durch die Einbindung der örtlich ansässigen Jugendlichen
soll insgesamt im Stadtteil Buckau eine tolerante offene Atmosphäre
geschaffen werden. Die Möglichkeit zur politischen Arbeit
stärkt das Verständnis für einen toleranten,
gleichberechtigten und selbstbestimmten Umgang miteinander.
Es
könnte z.B. eine Pinnwand geben, an der Leute Ideen für
Aktionen und AnsprechpartnerInnen angeben. Wer Lust darauf
hat, kann dann ganz leicht zueinander finden. Auf diesem Weg
kann auch über aktuelle Ereignisse, anstehende Veranstaltungen
etc. informiert werden.
Wenn
motivierte Menschen zusammenkommen, kommt schnell der Stein
für ein neues Projekt ins Rollen. Das Offene Büro
ermöglicht dann sofort die Umsetzung in die Tat. Denn
die Technik, um beispielsweise eine Zeitung zu entwerfen,
layouten, redaktionell zu bearbeiten und letztlich zu kopieren
steht einfach zur Verfügung. Wenn mensch einmal nicht
weiter weiß z.B. wie eine Presseinformation geschrieben
wird gibt es Handbücher und Leitfäden im
Raum, wo das nachgelesen werden kann.
Die
Computer, Drucker, Scanner, Kopierer sind auch miteinander
vernetzt, so dass es nicht so wichtig ist, an welchem PC mensch
gerade arbeitet. Alle können die gleichen Ressourcen
verwenden und von jedem Platz aus an jedes angeschlossene
Gerät zugreifen. Wenn Informationen erstmal recherchiert
werden müssen, geschieht das ganz einfach über das
Internet. Denn eine Flatrate / Standleitung ermöglicht
einfachen und schnellen Zugriff.
Wo
das sinnvoll ist, kann auch eine Vernetzung von seiten des
Offenen Büros mit weiteren Projekten im Haus geschaffen
werden. Beispielsweise mit einer Bibliothek oder Bastelwerkstatt.
So kann noch effektiver zusammgearbeit und politisch gewirkt
werden.
Auch
ein Telefonanschluss steht zur Verfügung. Zum Anrufen
bei der Presse, Recherchieren von Informationen oder als Kontaktierungsmöglichkeit
von außen kann es genutzt werden. Damit ein bestimmtes
Budget nicht überschritten wird, könnte eine Einheitenkontrolle
installiert werden. Somit wäre das Telefonieren innerhalb
eines vorher bestimmten Zeitraums nicht mehr möglich,
wenn das Budget aufgebraucht ist. Wenn wieder Geld da ist,
kann der Apparat wieder freigeschaltet werden.
Auch
die Einrichtung des Büros ist denen überlassen,
die es benutzen. Sie müssen sich untereinander abstimmen,
ob es Sofas und ähnliches geben soll, um sich zu entspannen,
wo überall Informationen angepappt werden dürfen
etc. Auch die farbliche Gestaltung des Raumes gehört
dazu.
Wie
das alles finanziert werden kann, müssen die Beteiligten
ebenfalls gemeinsam überlegen. Vom Löwenzahn-Haus
aus soll die Initiierung erfolgen, Technik organisiert und
die Finanzierung für einen ersten Zeitraum sichergestellt
werden. Später könnten von den NutzerInnen Fördergelder
beantragt werden, Spenden eingeworben oder kleine Eigenbeiträge
gezahlt werden. Dies müssen diese dann gemeinsam entscheiden.
Kleinkunstbühne / Stadtteilkino
Als weiteres Projekt soll im Löwenzahnhaus ein Mehrzweckraum
so eingerichtet werden, dass er als Veranstaltungsraum für
Theatergruppen, Livebands und als Kino dienen kann. Der Raum
benötigt neben einer technischen Ausrüstung auch
eine Bühne und eine ausreichende Größe für
das Publikum.
Gerade
für Jugendliche und ältere Mitbürger, die in
Buckau leben, ist es sehr attraktiv direkt vor Ort als Theatergruppe
oder Band aufzutreten oder solche Veranstaltungen zu besuchen.
Auch die Vereine die in Buckau beheimatet sind, könnten
für ihre politischen oder kulturellen Veranstaltungen
einen solchen Raum gut gebrauchen.
Die
Möglichkeit als Stadtteilkino anspruchsvolle Filme zu
zeigen, die nicht unbedingt im Mainstram der Zeit liegen oder
sogar eigene Stücke, bedeuten eine Bereicherung für
den Stadtteil. Dies würde sicherlich auch das Wohnen
in der näheren Umgebung attraktiver machen.
Die
laufenden Kosten für das Projekt könnten aus Einnahmen
der Veranstaltungen oder über Spenden gedeckt werden.
Dabei sollten eventuelle Eintrittskosten auf jeden Fall sozial
verträglich gestaltet werden.
Analyse
der Situation:
Bestehende Kultureinrichtungen in Buckau (z.B. Volksbad, Literaturhaus,
HOT) sprechen vor allen Dingen ein älteres Publikum an
oder sind eher auf den musikalischen Bereich ausgerichtet.
Hier soll nicht ein weiteres Jugendheim geschaffen werden,
sondern ein Ort, der für öffentliche Präsentationen
wie z.B. Theaterstücke genutzt werden kann. Kultur ist
wichtig z.B. für die Völkerverständigung und
zur Erweiterung des eigenen Wissens- /Erfahrungsbereiches.
Vision:
Die Kleinkunstbühne soll als unabhängiger Veranstaltungsraum
für die BuckauerInnen kostenlos zur Verfügung stehen.
Zum Beispiel mit Lesungen, Zauberkunst und Theater soll die
Bandbreite der künstlerischen Aktivitäten in Buckau
erhöht und die Kreativität angeregt werden. Zur
Einbindung der Bevölkerung Buckaus soll hier ein Konzept
stehen, dass Anleitung zur kreativen Gestaltung von Kleinkunst
dort ermöglicht, wo sie angefordert wird.
Ökogarten
und Lebensmittelkooperative
Analyse der Situation:
Ökologische Lebensmittel müssen nicht unbedingt
die Welt kosten, einen entscheidenden Anteil am Preis der
Lebensmittel verdienen auch Zwischen- und Einzelhändler.
Bisher existieren noch keine Möglichkeiten zum Einkauf
ökologischer Produkte in Buckau. Aufgrund der Einkommenssituation
in diesem Stadtteil wird sich hier ein Bioladen mit normalen
Preisen auch kaum halten können. Mietshäuser haben
oft keinen richtigen Garten, der einen Eigenanbau
ökologischer Lebensmittel ermöglicht.
Vision:
Mit dieser Kooperative soll besonders die regionale Vermarktung
ökologischer Lebensmittel gefördert werden, ohne
vordergründig kommerzielle Interessen. In dieser Kooperative
soll sich das Angebot saisonal darauf ausrichten, was in der
Region um Magdeburg nach Öko-Standards angebaut und geerntet
wird. Gleichzeitig dient diese Kooperative auch der "Vermarktung"
der eigenen im Ökogarten angebauten Lebensmittel. Ein
bezahlbarer Zugang zu Lebensmitteln aus ökologischen
Anbau ist ein wichtiger Baustein für ein ökologisches
Hausprojekt. Diese Möglichkeiten des Einkaufs z.B. von
ökologisch angebautem Gemüse sollen auch für
die MitbürgerInnen offen stehen, um ihnen Alternativen
zum Supermarkt aufzuzeigen. Positiv wirkt sich außerdem
aus, dass das Warenangebot für den Einkauf von Lebensmitteln
in Magdeburg-Buckau ausgeweitet wird.
Der
Garten im Löwenzahn-Projekt dient der Selbstversorgung
der BewohnerInnen. Es sollen verschiedene Lebensmittel für
den Eigenbedarf und darüberhinaus für die Lebensmittelkooperative
angebaut werden. Das sind u.a. Kartoffeln, Möhren, Tomaten,
Gurken, Paprika, Kräuter, Zwiebeln, Salat, Beeren und
Obst. Wildblumenwiesen können eine Wohlfühl-Atmosphäre
schaffen.Im sonnigste Bereich des Gartens ist ein Steingarten
mit Kräutern und
Zierpflanzen denkbar. Möglicherweise wird ein kleines
Gewächshaus für empfindlichere Pflanzen gebaut.
Gartenabfälle und bestimmte Küchenreste werden kompostiert
und stehen somit als Humus für den Ökogarten zur
Verfügung.
Statt
gepflasterten Wegen wollen wir diese mit natürlichen
Materialien auslegen, beispielsweise mit Rindenmulch. Es ist
aber auch denkbar, dass diese einfach unbearbeitet bleiben
und mit Moosen / Gras bewachsen.
Volxküche
Volxküche (Vokü) ist Essen zum selbstkosten-Preis,
damit es sich jeder Mensch, egal aus welcher sozialen Schicht
in der Bevölkerung, leisten kann. Vokü ist meist
vegan (an gewissen Tagen kann auch zusätzlich vegetarisch
und normal gekocht werden) und damit kann sie prinzipiell
von jedem Menschen gegessen werden. Die Vokü sollte regelmäßig
und wenigstens 3-4 mal pro Woche stattfinden. Möglich
ist auch ein veganes Frühstück, z.B. am Sonntag
Morgen.
Die
Vokü-Gruppe setzt sich aus ca. 3-5 Leuten zusammen. Es
ist aber auch möglich oder sogar noch besser, wenn Leute
die Interesse haben sich auch als eigene Vokü-Gruppe
mit einbringen. Zur Finanzierung: zum Anfang werden so günstig
wie möglich biologisch einwandfreie Nahrungsmittel eingekauft,
aber nach den ersten Wochen sollte der/den Vokü-Gruppe/n
ein gewisses Budget zur Verfügung stehen (aus den bisherigen
Einnahmen), so dass die Lebensmittel problemlos aus dem Bioladen
bezogen werden können. Geplant ist auch, das Obst und
Gemüse vom eigenem Garten mit einzubringen und zu verwerten.
Zum Kochen ist eine gut eingerichtete Küche notwendig.
Es können aber auch von der/den Vokü-Gruppe/n Kochutensilien
mitgebracht oder gespendet werden.
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