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Ökologischer
Anspruch des Wohnprojekts
Leider ist Umweltverschmutzung in unserer Gesellschaft zur
Normalität geworden und es ist schwierig, in Bereichen
wie Verkehr, Müll und Nahrung umweltbewußt zu leben.
Häuser und Mietwohnungen sind in der Regel nicht nach
ökologischen Kriterien gestaltet. Ökologisches Bauen
ist möglich, doch scheinbar zunächst nicht rentabel,
so dass ökologisch bewusste Menschen selten ein geeignetes
Wohnumfeld finden.
Es fehlt in Magdeburg ein Ort,
wo Menschen unter Gleichgesinnten versuchen können, ihr
Leben nach ökologischen Gesichtspunkten auszurichten,
wo gemeinsam Ideen entwickelt werden können, wie ein
anderes Leben möglich ist und Alternativen zum Mainstream
geschaffen werden. Auch fehlt es an einer Möglichkeit,
wo z.B. der Anbau ökologisch produzierter, gesunder Lebensmittel
verwirklicht werden kann.
Der Wohnbereich "Stadt" ist in der Regel eine lebensfeindliche
Umgebung, die nicht aus sich selbst heraus existieren kann.
Ohne das Prinzip der industriellen Arbeitsteilung und Beschaffung
der benötigten Ressourcen aus anderen Gebieten könnte
die Stadt nicht bestehen. Auf diese Weise und nach dem Grundsatz
gewinnorientierter Wirtschaftlichkeit wird eine Entfaltung
von natürlichen und ökologischen Lebensideen in
der Stadt von vornherein schon begrenzt.
Der Spielraum solcher Ideen darf
jedoch im Zuge immer weiter gehender Zerstörung von Umwelt
und Lebensraum nicht eingeengt werden. Wir wollen zeigen und
vorleben, dass umweltverträgliches Leben auch in Städten
möglich ist.
Das Löwenzahn-Projekthaus soll
mit umweltverträglichen Baumaterialien saniert werden.
Bereits bei der Dämmung, der Herkunft des Holzes und
der Art der verwendeten Kunststoffe soll auf ökologische
Kriterien geachtet werden. Die übliche Glaswolle ist
ökologisch und gesundheitlich bedenklich. Es gibt verschiedene
Alternativen, wie z.B. Schurwolle oder die Dämmung mit
nach einem speziellen Verfahren aufbereitetem Altpapier.
Manchmal werden beim Hausbau billige
Hölzer aus Raubbau eingesetzt. Eine Garantie für
die Berücksichtigung der Umwelt in der Forstwirtschaft
ist die Verwendung gekennzeichneten Holzes. Hier gibt es beispielsweise
das FSC- oder Naturland-Ökowald-Label.
Gern wird im konventionellen Bau
PVC zur Anwendung gebracht. Es ist billig und elastisch. Jedoch
birgt seine Herstellung ökologische und gesundheitliche
Gefahren und im Falle von Bränden werden hochgiftige
Dämpfe freigesetzt. Auch im Bereich der Kunststoffe gibt
es etliche unproblematischere Rohstoffe.
Und schon bei der Planung gilt es
einiges zu beachten: eine gute Dämmung ist wichtig, eine
gute Lüftung aber auch! Viele Häuser werden heute
schon sehr gut wärmeisoliert. Aber wenn an der Entlüftungsanlage
gespart wird, setzen schnell Schimmel an und schädigen
die Bausubstanz und die Gesundheit.
Regenwasser wollen wir für
Waschmaschinen und Toilettenspülungen verwenden, dazu
wird eine Regenwasser-Brauchanlage eingebaut, die natürlich
mit vielfältigen Filtern versehen ist. Unser Warmwasser
soll zum größten Teil in Solarkollektoren erwärmt
werden. Nur bei besonders ungünstigen Wetterbedingungen
muss ein zusätzlicher Brennwertkessel aktiv werden. Denkbar
ist auch der Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung. Und
ein Teil des verbrauchten Stroms soll von Photovoltaik-Anlagen
aus der Energie der Sonne und durch kleine Windräder
auf dem Dach erzeugt werden.
Viele andere umweltbewusste Verhaltensweisen
können gemeinsam im Alltag praktiziert werden (ganz unabhängig
vom Haus), beispielsweise der Verzicht aufs Auto, so oft es
geht. Der Strom, den wir nicht selbst erzeugen können,
kann von einem Ökostrom-Hersteller kommen. Schon beim
Einkauf wird darauf geachtet, keinen unnötigen Müll
zu produzieren. Wir wollen bevorzugt ökologische Produkte
kaufen und Materialien wiederverwenden, wo das möglich
ist. Das sind natürlich alles Dinge, die mensch unabhängig
von einem Projekt wie dem Löwenzahn-Haus machen kann,
aber eine entsprechende Atmosphäre unterstützt solches
Handeln und schafft zusätzliche Motivation.
Projekterwartungen
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