Unsere Erwartungen an das Projekt - Sozialer Anspruch 1 2 3 4 5 6
     



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Sozialer Anspruch des Wohnprojekts
Jugendliche müssen heute eine Vielzahl von sozialen Konflikten im Rahmen ihrer eigenen Lebensplanung und –gestaltung bewältigen. Innerhalb der Gesellschaft ist ein deutlicher Trend zur Vereinzelung zu beobachten, was der Problemlösung nicht gerade zuträglich ist. Hinzu kommt, dass die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern immer schwieriger wird. Ursachen dafür liegen u.a. in den verlängerten Studien- und Ausbildungszeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber auch in den gesellschaftlichen Verhältnissen. Perspektivlosigkeit und hohe Jugendarbeitslosigkeit machen es Jugendlichen schwer sich für einen geeigneten Weg in die Zukunft in Magdeburg zu entscheiden.

Wir wollen nicht nur eine angenehme Atmosphäre im gemeinschaftlichen Leben schaffen. Wir wollen auch versuchen, wirklich sozial miteinander umzugehen. Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn sie mit den Problemen anderer konfrontiert werden. Das ist sehr verständlich, aber hilft den Betroffenen nicht weiter. Wir denken, dass eine Voraussetzung dafür, sozial benachteiligten Menschen wirklich helfen zu können, ein freieres und ungezwungeneres Leben ist. Wer Sorgen um ihren Job bzw. ums Überleben haben muss, hat nur noch wenig Kapazitäten für schwierige Probleme anderer Menschen.

Wir können solche Probleme verringern, wenn wir uns gegenseitig Halt geben, Geld im Umgang miteinander keine Hauptrolle spielt und wir versuchen, ein angenehmes menschliches Umfeld zu schaffen. Hier stellt sich die Frage nach Privateigentum, der Ökonomie im Haus und der Rollenverteilungen. Vieles ist zu hinterfragen, was uns eigentlich ganz alltäglich erscheint.

Menschen mit geringem Einkommen sollen von unserem Projekt nicht ausgeschlossen werden. Wir wollen Modelle entwickeln, wie wir die finanziellen Notwendigkeiten abdecken können, ohne gleichzeitig Einkommenshürden aufbauen zu müssen. Es gibt viele Möglichkeiten, ein solches Leben zu realisieren. Wenn mensch für eine Arbeit, die sie macht, mehr Geld erhält, als sie braucht, kann dieses in einen „Fonds“ getan werden, der dann auch denen zur Verfügung steht, die nicht genug haben. Oder einige Menschen einigen sich, alle Einnahmen und Ausgaben zusammenzutun.

Leute mit körperlicher oder geistiger Behinderung haben es oft schwer, in der „normalen“ Gesellschaft Fuß fassen zu können. Zu viele Vorurteile sind sozialisiert, zu wenige Kraft ist da, um die damit verbundenen neuen Probleme meistern zu können. Wir haben den Anspruch, auch mit solchen Schwierigkeiten umgehen zu wollen und benachteiligten Menschen in unserem Haus Unterstützung geben zu können.

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