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Sozialer Anspruch
des Wohnprojekts
Jugendliche müssen heute eine Vielzahl von sozialen Konflikten
im Rahmen ihrer eigenen Lebensplanung und –gestaltung
bewältigen. Innerhalb der Gesellschaft ist ein deutlicher
Trend zur Vereinzelung zu beobachten, was der Problemlösung
nicht gerade zuträglich ist. Hinzu kommt, dass die finanzielle
Unabhängigkeit von den Eltern immer schwieriger wird.
Ursachen dafür liegen u.a. in den verlängerten Studien-
und Ausbildungszeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen,
aber auch in den gesellschaftlichen Verhältnissen. Perspektivlosigkeit
und hohe Jugendarbeitslosigkeit machen es Jugendlichen schwer
sich für einen geeigneten Weg in die Zukunft in Magdeburg
zu entscheiden.
Wir wollen nicht nur eine angenehme
Atmosphäre im gemeinschaftlichen Leben schaffen. Wir
wollen auch versuchen, wirklich sozial miteinander umzugehen.
Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn sie mit
den Problemen anderer konfrontiert werden. Das ist sehr verständlich,
aber hilft den Betroffenen nicht weiter. Wir denken, dass
eine Voraussetzung dafür, sozial benachteiligten Menschen
wirklich helfen zu können, ein freieres und ungezwungeneres
Leben ist. Wer Sorgen um ihren Job bzw. ums Überleben
haben muss, hat nur noch wenig Kapazitäten für schwierige
Probleme anderer Menschen.
Wir können solche Probleme
verringern, wenn wir uns gegenseitig Halt geben, Geld im Umgang
miteinander keine Hauptrolle spielt und wir versuchen, ein
angenehmes menschliches Umfeld zu schaffen. Hier stellt sich
die Frage nach Privateigentum, der Ökonomie im Haus und
der Rollenverteilungen. Vieles ist zu hinterfragen, was uns
eigentlich ganz alltäglich erscheint.
Menschen mit geringem Einkommen
sollen von unserem Projekt nicht ausgeschlossen werden. Wir
wollen Modelle entwickeln, wie wir die finanziellen Notwendigkeiten
abdecken können, ohne gleichzeitig Einkommenshürden
aufbauen zu müssen. Es gibt viele Möglichkeiten,
ein solches Leben zu realisieren. Wenn mensch für eine
Arbeit, die sie macht, mehr Geld erhält, als sie braucht,
kann dieses in einen „Fonds“ getan werden, der
dann auch denen zur Verfügung steht, die nicht genug
haben. Oder einige Menschen einigen sich, alle Einnahmen und
Ausgaben zusammenzutun.
Leute mit körperlicher oder
geistiger Behinderung haben es oft schwer, in der „normalen“
Gesellschaft Fuß fassen zu können. Zu viele Vorurteile
sind sozialisiert, zu wenige Kraft ist da, um die damit verbundenen
neuen Probleme meistern zu können. Wir haben den Anspruch,
auch mit solchen Schwierigkeiten umgehen zu wollen und benachteiligten
Menschen in unserem Haus Unterstützung geben zu können.
Projekterwartungen
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