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Emanzipatorische Praxis
Sich „links“ zu nennen, bedeutet nicht viel. In
der linken Szene gibt es autoritäre Strömungen,
herrschaftsbejahende Organisationen und viele Einzelpersonen,
die sich so bezeichnen, aber trotzdem sexistische, rassistische
oder autoritäre Tendenzen aufweisen. Klar, es ist kaum
möglich, sämtliche sozialisierte Verhaltensmuster
mit einem Mal abzulegen. Der Anspruch an sich, solche Muster
zu reflektieren und abzulegen, also an sich selbst zu arbeiten,
ist ein wichtiges Element emanzipatorischen Handelns.
Emanzipation ist die Befreiung aus
einer Unterdrückung. Für uns bedeutet es, sich von
Fremdbestimmung zu befreien, herrschaftliche Mechanismen abzulehnen
und versuchen zu wollen, selbstbestimmt, selbstorganisiert
und gleichberechtigt miteinander zu leben.
Dieses Leben kann von der gesellschaftlichen
Realität nicht entkoppelt werden. Wenn es auch möglich
sein sollte, in einer begrenzten Gruppe so miteinander umzugehen,
bleiben doch die herrschenden Verhältnisse, die unser
Leben einschränken, unsere Gesundheit schädigen,
Menschen ausbeuten, Kriege verursachen, die Zukunft kommender
Generationen in Frage stellen, wirtschaftliche Interessen
über die Menschen stellen.
Nicht nur zurückgezogen in
unser kleines Schneckenhaus wollen wir leben, sondern auch
aktiv gegen die äußeren Einflüsse sein. Emanzipatorische
Praxis kann auch bedeuten, (zum Nachdenken) zu provozieren,
(gegen festgefahrene Mechanismen) zu stänkern, keine
Ruhe zu geben. Als störendes Element für Bewegung
zu sorgen. Ganz im positiven Sinne, denn in der Bewegung liegt
die Weiterentwicklung.
Projekterwartungen
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